„Das Ei“ … ist nicht etwa der Titel eines Bestsellers von Stephen King, sondern die Bezeichnung eines Sessels, auch Egg Chair genannt, welcher im Jahr 1958 von Arne Jacobsen, einem dänischen Designer und Architekten, entwickelt wurde. Jacobsen entwarf dieses Modell gemeinsam mit dem Sessel Schwan. Beide Modelle bildeten ein Gesamtkunstwerk für die Lobby des Kopenhagener Hotels SAS Royal. Die Produktion fand in Zusammenarbeit mit der Firma Fritz Hansen S/A, einer Möbelmanufaktur, statt, welche seit 1935 alle Sitzmöbel Jacobsens produziert.
Bekannt unter den Designern für Sessel ist Anne Jacobsen. Jacobsen ist bekannt für trendige Farben und lustige Formen und in der Tat lässt das Modell „Egg“ den aufmerksamen Betrachter durchaus Parallelen zu einem Ei aufgrund der Formgebung ziehen. Hinsichtlich der Optik vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, jedoch vom Sitzkomfort steht dieses Modell einem rustikalen Ohrensessel in nichts nach und lädt zum außergewöhnlichen Relaxen ein.
Das Design dieses Sessels ist in Kurven gehalten und wird, da es keinerlei Geraden enthält, auch als organisch bezeichnet. Wie bei konventionellen Ohrensesseln wird die Rückenlehne mit zunehmender Höhe auch breiter. Der Sessel ist auf einem Stahlrahmen konstruiert. Dieser trägt die aus glasfaserverstärktem Polyurethan bestehende Sitzschale und ist mit Kaltschaum gepolstert. Der drehbare Sessel wird nach unten abgeschlossen durch einen aus druckgegossenem Aluminium bestehenden kreuzartigen Fuß. Der Sessel verfügt über eine eingebaute Neigungsverstellung.
Als Bezug dienen sowohl Stoffe als auch Leder, welche auch heute noch von Hand in der Sattlerei vernäht werden, wobei die äußere Haut des Bezuges aus einem einzigen Stück besteht. Als Designklassiker fand dieser Sessel weltweit in Designmuseen Aufnahme, unter anderem auch im Museum of Modern Art in New York. Der Sessel wird auch heute noch im Kopenhagener S.A.S. Royal Hotel sowohl in Zimmern als auch in der Lobby genutzt.
Erhalten blieb jedoch ausschließlich dem Zimmer mit der Nummer 606 das ursprüngliche Design des in grün gehaltenen Sessels. Dieser Sessel galt anderen Designern als Vorbild für ihre Arbeiten, fand jedoch auch eifrige Nachahmer zur Herstellung von Fälschungen, welche, wie bei Fälschungen üblich, preislich weit unter den Originalen gehandelt werden.